»Ein so fundamentaler menschlicher Anspruch wie der auf Lebensgestaltung kann nicht als Unternehmensaufgabe vereinnahmt werden.« |
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| Betty Zucker, Beraterin |
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Als Autorin unter anderem auch des Buches "Denn sie wissen, was sie nicht tun. Manager in turbulenten Zeiten" kennt sie ihre Pappenheimer - also die Talentefänger in den Chefetagen. Und viele von ihnen gefallen sich nach wie vor in ihrer Hierarchenrolle, aus der heraus sie zum Beispiel die private Internetnutzung sperren, obwohl die Standleitung pauschal bezahlt ist. Sie pflegen das Senioritätsprinzip und bremsen die jungen, hungrigen, einsatzfreudigen Jungstars gönnerhaft von oben herab: "Bewähren Sie sich mal, dann sehen wir weiter."
Erfolg statt Entertainment
Die aber suchen dann lieber das Weite, fliehen die Corporate-Identity- Fassade, weil sie, wie Betty Zucker feststellt, das Problem haben, "besser zu sein als sich manche von gestern vorstellen können". Sie möchten sich ins Unternehmen einbringen, ein Spiel daraus machen und es perfekter gestalten. Sie wollen Ideen umsetzen, und sie nicht nur auf dem Mitarbeiterformblatt beim Jahresgespräch aufgeschrieben wissen.
Erfolg statt Entertainment, Anerkennung statt After-Work-Club. So entpuppen sich allerhand Firmen-Fisimatenten schnell als die alten Bindungsfesseln, vergleichbar dem Syndrom der "overprotection" in der Kindererziehung, oder, wie Betty Zucker sagt: "Wie viel muss jemand erlitten haben, der sich seinen Beziehungsabend von ‘Mama Firma‘ anbahnen lässt!"
Ganz abgesehen davon, dass der Begriff "Work-Life-Balance" die alte Dichotomie zwischen Arbeiten und Leben widerspiegelt. Talente wollen aber nicht ihr Leben verdienen, sondern ihr Leben leben - und zum Leben gehört die Arbeit, der Spaß, die Weiterentwicklung und die Anerkennung. Wenn nicht hier, dann vielleicht beim Konkurrenten nebenan.
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